Ensemble Rathaus und Post Postwirt Michael Scheppach Festliche Tafel Fuggerschloß mit Park Angerichtete Lammhaxe Historische Wirtsstube Gasthof 'Zur Post' Frühlings-Arrangement Impression mit Digestiftisch Biergarten
Gault-MillaugutbürgerlichSehr gute KücheSehr gute Küche
Der wohlbeleibte Postwirt Michael Scheppach hat es faustdick unterm Kochhut. Von Thai-Curry und Kokosmilch, die Meeresfrüchte asiatisch aromatisieren, bis zum bayerischen "Bifflamot", der das französische "Bœuf à la mode" verballhornt, fehlt nichts auf der schmissig geschriebenen Karte, was Einheimische wie Zugereiste mögen.
Das Bodenständige gefiel uns in der altvorderen Wirtsstube, an der sich noch kein Raumdesigner verging, immer schon am besten, und auch heuer empfehlen wir wärmstens das saure Lüngerl und das in Domina geschmorte Herz vom Kalb, denken aber nicht im Traum daran, das Geheimnis der "Laubfröschle im Mostsößle" zu lüften ? nur so viel sei verraten: Um Frösche respektive deren Schenkel handelt es sich nicht! Ein anderes Regionalschmankerl, die gepökelte Rinderbrust, verarbeitet Scheppach zu einer schmackhaften Terrine, die mit Orangensauce und Apfelsalat zum fruchtigen Vergnügen wird. Jedes Tierchen kriegt übrigens die Sauce mit auf den letzten Weg, die ihm frommt: Marsala zum Lammhäxle, Feigensenf zum Schweinsfilet und wieder Orange zur Entenbrust ? doch diesmal mit einem ordentlichen Schuß Grand Marnier.
Dass sich Scheppachs Fischküche steigerte, ist nicht der geringste Grund für die Kochmütze, die wir ihm endlich dalassen. Kunstvoll gestaltet und absolut à point tritt der Waller ins Rampenlicht ? dem leichten Hummerschaum glaubt man den Hummerfond, die nur mäßig tournierten Gemüse haben noch den erwünschten Biss, das Grünkernrisotto gleitet mitnichten als Grobian über den Gaumen, und alles sieht so schön aus, dass einem die Augen übergehen.
Fast zu schön gerät der ornamentale Dessertteller, dessen filigrane Malereien einen Moment davon ablenken, dass uns der Grießflammeri bloß in Petit-four-Größe gegönnt wird. Aber Scheppach hat ja Recht: Nach den sehr stramm portionierten Vor- und Hauptspeisen muss man nicht auch noch so viel Süßes essen. Trotzdem nehmen wir das nächste Mahl wieder Topfenknödel mit Zwetschgenröster. Vielleicht plündern wir dann sogar den hochprozentig bestückten Digestiftisch, der an exponierter Stelle die Blicke auf sich zieht und den rustikalen Rahmen des Restaurants ebenso sprengt wie das nicht gerade ländlich-sittliche Weinsortiment. Liebhaber gereifter Bordeaux können hier heftig zuschlagen, ohne gleich den Ruin zu riskieren. Mit den guten süddeutschen Tropfen in Schoppen und in Flaschen kommt man freilich günstiger davon. Die nette Frau Fakler serviert alles, wonach es einen hungert oder dürstet, mit Umsicht und Verstand.
Varta FührerVarta TippVARTA TIPP
Auf besonders beachtenswerte Weise werden hier schwäbisch-bayrische Schmankerln mit kreativen Einflüssen sowie Gerichte aus der klassischen Küche zubereitet.
Schlemmer Atlas1 Löffel1 Löffel
Komfortables, elegantes Restaurant im oberschwäbischen Stil mit Biergarten. Leichte Neue, klassische, regionale Küche, eigene Kreationen.
Spezialitäten: Fasanenterrine mit einer Orangen-Senfsauce; Geschmorte Lammhaxe in einer leichten Marsalasauce; Laubfröschle in einem Mostsößle.
Restaurant-Hitlisten2005 - 2007:  63,0 Pkt.  /  unter den 10 Top-Restaurants in Schwaben
NEBA-Online GmbH
  |  ALLE INHALTE © 2007-11 BY MICHAEL SCHEPPACH           |  IMPRESSUM